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Montag, 15.6.2009
Santorini, Griechenland…. Vor 2 Monaten gebucht, 2 Monate darauf gefreut – endlich ist es soweit! Wenn es nur halb so schön wird, wie die Bilder und der Reiseführer versprechen, dann sollte es einer der schönsten Urlaube werden. Und es wurde ein Traumurlaub!
In jeder Beziehung!
Eins vorweg (ich hab es vorher auch nicht gewusst): Diese herrliche Insel heißt Santorini, nicht Santorin. Eigentlich Thira, aber das klingt halt nicht so edel, wie es diesem herrlichen, bizarren Fleckchen Erde gebührt.
Gebucht bei Alltours, Abflug ab Salzburg mit der AUA, auf der aber „Lauda“ drauf steht, egal. Flug über die Kykladen – ein erster Höhepunkt! Dann der Flughafen in Santorini…. eine verdammt kurze Landebahn ist ersichtlich, die auf Grund wohl nötiger „Vollbremsungen“ beim Landen pechschwarz ist. Geht aber alles gut, kein Problem. Raus aus dem Flieger, der Alltours – Reiseleiter erwartet uns bereits, der Bus Nr 14 von „Kamari Tours“, einem ortsansässigen Reisebüro steht schon da und bringt uns zum Hotel „Afroditi Venus“ in Kamari – Transferzeit ca 15 min.
Dort erhalten wir ein sehr schönes, äußerst sauberes und ruhiges Zimmer in Richtung Poolanlage im zweiten Stock. Ein herbeigerufener Hotelmitarbeiter bringt unsere beiden Koffer nach oben, Trinkgeld will er keines, obwohl ich ihm zweimal eins anbiete, komisch, aber was solls…. Das Bad ist ganz neu adaptiert, picobello sauber und es bietet sich genug Platz, seine Sachen aus dem Koffer zu verstauen.
Wir gehen aber gleich zum Strand – auspacken kann man ja schließlich später auch noch – schließen die Tür und stellen dabei den – einzigen – Punkt fest, der beim Hotel zu bemängeln wäre: nämlich das Schloss…. Ziemlich lockere Angelegenheit, zum Verschließen nur den Knopf innen drücken, naja….
Wir fragen dann beim sehr freundlichen, allerdings nicht sonderlich gut Englisch sprechenden Receptionisten nach einem Safeschlüssel, den wir sofort erhalten, mit dem Hinsweis, dass dieser sogar kostenlos sei.
Deutsch spricht hier auf Santorini übrigens fast niemand, allerdings alle sprechen – mittelmäßig – gut Englisch.
Der Strand ist dann ein erster Höhepunkt: Schwarzer Sand, schwarze Lavasteine, sensationell! Nicht allzu viel los, keine endlos langen Sonnenschirm- und Liegestuhlreihen, eher ruhiges Publikum – zumindest jetzt im Juni. Heiß, jedoch nicht belastend, da immer ein leichtes Windchen weht. Ist eher gefährlich, da man die Sonnenbrandgefahr unterschätzt – daher immer brav eincremen!
Ein erster Sprung ins Wasser lässt dann weitere Freude aufkommen: Sauber, klar, angenehm warm, gleichzeitig kühlend vor der heißen Sonne.
Abendessen haben wir mitgebucht und auch das ist echt in Ordnung. Jeden Tag abwechslungsreiche Küche, Griechisch als auch „international“, sprich Pommes, Nudeln… Es ist bestimmt für jeden was dabei. Eine angenehme Überraschung war der Getränkeservice: Wenn man bei Alltours bucht, erhält man laut Prospekt zum Essen 1/2 Liter Wasser und einen 1/4 Liter Wein. Wir erhielten jeden Tag 1/2 Liter Wein. Es ist übrigens empfehlenswert, den Weißwein zu bestellen, der Rote ist nur solala….
Ein erster Spaziergang an der Strandpromenade ließ uns gleich erkennen, dass man hier nicht verhungern muss, wenn man nur Zimmer mit Frühstück gebucht hat. Ein Lokal neben dem anderen, viele Geschäfte, reges Treiben.
Wir stellen überdies gleich fest, dass – gleich neben dem Hotel „Afroditi Venus“ das Reisebüro „Kamari Tours“, dessen Bus uns vom Flughafen abgeholt hat, hier eine Niederlassung hat. Es gibt eine ganze Reihe von Angeboten, um die Insel zu erkunden und alle werden von „Kamari Tours“ Angeboten.
Es handelt sich hier also um einen absoluten Platzhirschen. Das soll allerdings nicht negativ gemeint sein, denn die machen ihre Sache verdammt professionell und gut! So gut, dass wir darauf verzichteten, einen PKW zu mieten und beschlossen haben, uns den tollen, geführten Reisen anzuschließen.
Doch davon später….
Dienstag, 16.6.2009
Frühstück im „Afroditi Venus“ ist sehr OK! Alles vorhanden, keine Wünsche bleiben offen. Am Weg dorthin fallen am Pool allerdings die nervenden Handtuchreservierer auf. Es gibt sie also auch hier…. Nachdem mir der Pool allerdings eher egal ist, berührt mich das nicht sonderlich.
Zum Pool ist zu sagen, dass dieser genauso wie die gesamte Anlage herum sehr sauber und gepflegt ist – es gibt sicher auch hier keinen Grund zu Beanstandungen. Die Liegen in der Sonne sind mit Schirmen versehen, die übrigen stehen unter Bäumen – man kann sich also ein wenig abkapseln und hat jede Menge Ruhe.
Um 10:00 ist im Restaurant „Atmosphere“ gleich neben dem „Afroditi Venus“ ein Informationsgespräch mit dem Alltours – Reiseleiter angesagt. Dieser gibt sich größte Mühe, ist sehr freundlich und erklärt – auf Deutsch – wichtiges über die Insel und gibt Reisetipps.
So sollte man zB nicht das Wasser trinken und benutztes WC-Papier in einen Müllkübel werfen, anstatt es im WC hinunterzuspülen.
Die Reisetipps haben uns dann wie bereits erwähnt, dazu ermuntert, keinen Mietwagen auszuleihen, sondern einige geführte Touren zu buchen – über „Kamari Tours“.
Wir entschieden uns hierbei natürlich für „Caldera Morning“ und „Sunset in Oia & Traditional Villages“. Erstere Tour ist eine Bus- und Schiffstour, über die du am 5. Tag nachlesen kannst, zweitere ist eine Bus-Tour vom 6. Tag. Eins vorausgeschickt: beie Touren waren erstklassig!
Ein weiterer Grund, auf einen Mietwagen zu verzichten, war die Fahrweise der Santoriner…. Ein Wahnsinn muss ich sagen – und wenn du einmal mit dem Bus nach Fira gefahren bist, weißt du, wovon ich rede….
Der restliche Tag gehörte dem Faulenzen. Das Meer heute ein wenig wild, daher raus mit der Luftmatratze zum „Wellenreiten“ – funktioniert phantastisch. Herrliches blaues Wasser, darunter pechschwarze Lavasteine – ein eigenartiger, bizarrer Anblick! Schnorcheln ist nicht ganz ideal, da das Lavagestein wohl nicht allzuviel Nahrung für Fische zulässt. Einen Blick ist es aber dennoch wert.
Kurz vor der Rückkehr ins Zimmer noch ein schneller Spaziergang zur in östlicher Richtung gelegenen weißen Kapelle an der hoch aufragenden Felswand um ein paar Fotos zu machen von dieser traumhaften Landschaft….
Aber es sollte ja noch viel, viel beeindruckender kommen….
Mittwoch, 17.6.2009
Für diesen Urlaub, auf den ich mich wirklich sehr gefreut habe, kaufte ich mir einen „Merian“ Reiseführer, auf dem stand „Santorin, Firá – Wo der Blick auf die Caldera den Atem raubt“.
Ich muss sagen, selten hat ein Titel so sehr den Punkt getroffen – abgesehen davon, dass es halt nicht Santorin, sondern Santorini heißt ![]()
Doch alles der Reihe nach….
Wir nehmen den Bus von Kamari nach Firá, die Hauptstadt. Fährt halbstündlich, ist pünktlich und kostet nur € 1,40 die im Bus zu bezahlen sind. Vorverkaufskarten benötigt man nicht (ich glaub, die gibt es gar nicht). Es fahren übrigens alle Busse nach Firá. Wenn man wo anders hin will, muss man zuerst nach Firá und dort umsteigen.
Info über Busfahrzeiten und einen Fahrplan der gesamten Insel gibts hier. (Klick auf „Time Table“)
In Firá angekommen, ist zuerst einmal viel los und man verliert ein wenig die Übersicht, aber es ist eigentlich ganz einfach. Bereits von weitem ist diese große, wunderschöne, strahlend weiße Kirche, namens „Ypapánti“ zu erkennen. Einfach dorthin gehen – und dann – um 11:45 Uhr – passierts….: Die Kirche hat einen schönen Vorplatz, den wollte ich mir ansehen, ging nichtsahnend dorthin und dann sah ich sie…. diese Wahnsinnsaussicht….: die Caldera, Firá und genau das passierte, was auf dem „Merian“ Buch stand: „….wo der Blick….den Atem raubt….“
Ich stehe da, bring den Mund nicht mehr zu und vergesse zu atmen…. einfach unglaublich, man muss es gesehen haben! Der Kraterrand, die weißen Häuschen, die blauen Dächer, die Schiffe im strahlend blauen Meer, das eigentlich ein Vulkan ist….
Es vergehen einige Minutern, bis ich mich wieder sammeln kann und ich stelle anschließend fest, dass ich nicht der einzige bin, dem es so ergeht. Dann mache ich das selbe wie hunderte andere, die zur gleichen Zeit am selben Ort sind: fotografieren, fotografieren, fotografieren….
Ein kleiner Spaziergang folgt, abwärts durch malerische, enge Gassen, die hunderte von Fotomotiven liefern, dann runter zum Hafen, vorbei an einer Herde von Eseln, welche die Touristen von unten nach oben bringen. Dabei muss man allerdings recht aufpassen, denn die trabenden Tierchen machen dir keinen Platz – da hilft manchmal nur ein Sprung zu Seite, wenn einen der Donkey anzielt. Wer den Eselchen aus diesem Grund nicht ganz traut, der kann natürlich auch mit der Seilbahn vom Hafen wieder in die Stadt rauf fahren. Die kann ohne Bedenken benutzt werden, handelt es sich ja um ein Österreichisches Erzeugnis….
Bei dieser Gelegenheit sollte weiters nicht unerwähnt bleiben, dass Fira picobello sauber ist – man könnte fast vom Boden essen. Einzig und allein die Verbindungsstraße von der Stadt runter zum Hafen riecht ein wenig streng (Eselskakke….!).
Wir gehen dann weiter durch das katholische Viertel Firá´s bis nach Firostefani, einer Art Vorort von Firá und stärken uns dort im „Remvi – Restaurant“. Danach gehts weiter nach Imerovigli, einem malerischen Ort mit ganz tollen Hotels, bei denen man teilweise vom Pool aus hunderten Metern Höhe direkt in die Caldera hinunter blicken kann!
Müde kehren wir dann wieder zurück nach Firá zum Bus, mit dem Bewusstsein eine sehr außergewöhnliche Stadt auf einer sehr außergewöhnlichen Insel besucht zu haben.
Es geht wieder zurück nach Kamari, einen kurzen Sprung noch in den Pool gemacht zum abkühlen und dann Essen ins Hotel.
Ein unvergesslicher Tag!
Links: Busfahrpläne Santorini
Donnerstag, 18.6.2009
Eigentlich stünde heute wieder baden am Programm, aber nachdem der gestrige Tag in Firá so toll war, beschließen wir, bei „Kamari Tours“ einen Ausflug zur Ausgrabungssätte “Alt Thera“ zu buchen. Um nur € 10,- wird man laut Werbung zu dieser Ausgrabungsstätte hochgebracht und nach eineinhalb Stunden wieder abgeholt.
Wir stellen fest, dass außer uns beiden niemand da ist, so fährt man uns mit einem PKW hoch. Später gesellen sich dann doch noch 2 Amerikaner zu uns und wir sind zu viert. Die Ausgrabungsstätte ist sehr interessant und man hat von diesem Berg aus eine traumhafte Aussicht auf Kamari und das dahinterliegende Perissa. Nur der Wind ist ein Wahnsinn! Meine Schildkappe stecke ich vorsichtshalber ein, sonst wäre sie auf und davon….
Der Hammer jedoch ist die Bergstraße! So an die 20 Kehren und ab einem Viertel des Weges ist die Straße nicht mehr asphaltiert, sondern aus Steinen (!) gebaut. Es haben gerade mal 2 PKWs nebeneinander Platz und der Fahrer vollführt einige derart gewagte Manöver, dass unserem Amerikanischen Freund nur mehr ein erschrecktes „Jesus….!“ bei weit aufgerissenen Augen entweicht….
Pünktlichst werden wir wieder abgeholt, danach gehts wieder ab ins Meer. Es ist – so wie jeden Tag – sehr sehr heiß.
Am Abend schauen wir wieder auf ein Bier ins „Atmosphere“. Heute sind wir nur „Nebensache“, es ist eine große Hochzeit angesagt und es geht lustig zu. Wir beobachten das amüsante Treiben und machen uns dann auf den Heimweg.
Dort haue ich mir am vierten Tag zum vierten Mal die Birne bei der Duschkabine an. Das Ding ist gerade einmal 1.70m hoch. Gibts doch nicht – sind die so klein, die Griechen??
Freitag, 19.6.2009
Ein weiterer Höhepunkt steht heute auf dem Programm: Die Caldera Kreuzfahrt „Caldera Morning“, gebucht natürlich wieder bei „Kamari Tours“ um € 29,-
Und wieder muss ich vorausschicken: Es war erneut wieder noch toller, als erwartet!
Abfahrt mit dem Bus zum zweiten großen Hafen Santorinis, nach Athinios. Die Straße dort hinunter reißt uns alle schon von den Sitzen im Bus auf und man hört schon die Fotoapparate klicken. Auch meinen natürlich ![]()
Am Hafen ist unser Schiff schon ausgelaufen – aber hoppla….?! Eine rege, intensive Diskussion zwischen dem Busfahrer und den Schiffsverantwortlichen entbrennt, wobei ich auf Grund der Gestik sagen muss, dass sich unser Busfahrer maßlos aufgeregt hat und den Schiffsmaxi so weit gebracht hat, dass das Schiff, das schon gut einen halben Kilometer vom Hafen entfernt war, wieder zurückgekehrt ist.
Das war eine echt coole Aktion….
Wir waren dann also am Schiff und sind in freudiger Erwartung auf unsere über sechs Stunden andauernde Fahrt Athinios – Fira – Nea Kameni – Palea Kameni (Hot Springs) -Thirassia – Oia – Athinios.
Erste Station ist Firá. Das Schiff legt dort zwar nicht an, aber man hat gut Gelegenheit, den Hafen und diese außergewöhnliche Stadt einmal von unten anzusehen.
Nach diesem kurzen Stopp gehts dann nach „Nea Kameni“, wo das Schiff anlegt und für eineinhalb Stunden „parkt“. Wir gehen auf den Vulkan (Eintritt € 2,-), der offiziell als „Ort von historischer Bedeutung und besonderer landschaftlicher Schönheit“ ausgezeichnet wurde und als „Denkmal des geologischen Welterbe“ vorgeschlagen ist. Für diese Wanderung erhält man einen interessanten Infofolder, den du dir hier ansehen kannst.
Die Wanderung auf den Gipfel dieses Vulkankegels lässt den Eindruck eines Mondspazierganges aufkommen und an verschiedenen Orten riecht es stark nach Schwefel.
Interessant zu wissen ist auch, dass sich auf dieser Insel Messinstrumente des Vulkanobservationsnetzes von Santorini befinden. Deren Tätigkeit kann hier unter deren Homepage nachgelesen werden (Englisch).
Wieder zurück am Schiff steuern wir „Palea Kameni“, die kleinere Nebeninsel an und das Schiff bleibt kurz vor einer kleinen Bucht mit grellgrünem Wasser stehen, den „Hot Springs“. Die deutsch sprechende Reiseleitung erklärt uns, dass nun, wer Lust hat, Badezeit angesagt ist und einer nach dem anderen klettert die Leiter runter, bzw. wagt den Sprung von der Reling ins Meer. Es riecht stark nach Schwefel und je weiter man in die Bucht schwimmt umso heißer wirds – beeindruckend.
Nächste Station ist Thirassia, die große Insel vis-a-vis von Santorini, gewissermaßen ein Spiegelbild, dann auch hier gibt es eine hohe Kraterwand, die sich von der Hafenstadt Korfos hinauf nach Manolas zieht. Thirassia ist überhaupt nicht touristisch entwickelt, einzig einige Restaurants am Hafen gibt es. Der Aufenthalt hier beträgt zwei Stunden, deshalb gehen wir essen und spazieren am Hafen herum.
Den Eselsritt hinauf nach Manolas muss ich abblasen, weil keine Esel mehr verfügbar waren….
Zurück am Schiff gehts dann wieder an den Ausgangspunkt nach Athinos, das Schiff fährt aber zuerst noch nach Oia, der „Stadt des schönsten Sonnenuntergangs der Welt“. Einige vom Boot, die eine andere Tour gebucht haben, steigen aus, doch für uns geht ein traumhafter Ausflug zu Ende.
Samstag, 20.6.2009
Frühstück und ab ins Meer, schon wieder heiß, heiß, heiß….
Und die Vorfreude auf die heutige Tour: „Sunset in Oia & Traditional Villages“. Natürlich wieder gebucht beim Platzhirschen „Kamari Tours“ – Kosten € 21,-
Jetzt muss man dass aber zuerst einmal mit diesem „Sunset in Oia“ erklären, denn das ist nämlich so: Dieser Sunset, dieser Sonnenuntergang….
ja…. der ist echt ein Hammer, OK.
Nur: Diesen Sonnenuntergang gibts tausendemale auf dieser Welt….
….er ist genauso schön in Österreich im flachen Marchfeld, wenn die Sonne, sowie sie sich vom Horizont vertschüsst, wie ein roter Ball langsam aus dem Bild rollt, wie extra für mich gestellt (Zit. Ostbahn Kurti)….
….er ist genau so schön in Deutschland auf der Zugspitze, wenn er die smaragdgrüne Wasserdecke des traumhaften Eibsee verlässt….
….und er ist genau so schön wie in Chalkidiki auf der Terrasse des Hotel „Glavas Inn“, einem etwas heruntergekommenen All-Inclusive Bunker, den ich im Gegensatz zum Afroditi auf keinen Fall mehr besuchen werde….
Aber der Sonnenuntergang in Oia hat einfach etwas besonderes, das ihn einzigartig macht: Er findet in Santorini statt!
Auf einer Insel, die ihresgleichen sucht und in die man sich verlieben muss….
Und so sitzt man dann halt in einem zugegebenermaßen sehr stilvollen und ambientereichen Freiluftkaffeehaus mit seinem Sechs-euro-Weinchen, zusammen mit hunderten anderen wildfremden Menschen da, die allsamt verschiedene Sprachen sprechen, andere Kulturen haben und dennoch eine Gemeinsamkeit aufweisen:
Sie wollen genau diesen einen Sonnenuntergang ansehen!
Genau diesen…. Diesen einen….
Und ich muss sagen:
Wenn man auf Santorini war und man hat IHN nicht gesehen – genau diesen einen…. Wenn man sich gedacht hat, „ach, auf das kann ich verzichten“….
Tja, dann ist man einfach der größte Loser der Gegenwart!
Also auf zu diesem Sunset!
Er ist ein Pflichtprogramm! JA – man MUSS ihn gesehen haben….!
Vorher gehts aber zum Bus – dieser fährt pünktlich um 15:00 Uhr mit unserer sehr amüsanten und liebenswürdigen Fremdenführerin Julie erst einmal zum ehemaligen Bischofssitz „Panagia Episkopi“.
Dort gibts etwas zu sehen, das in Griechenland Seltenheitswert hat (Kenner werden mir beipflichten): Man kann nämlich eine Ikonenkirche betreten, soll heißen von innen ansehen (normalerweise sind die ja stets verschlossen).
Diese wird jedoch „gehütet“ von einer ca 80-jährigen Frau, die genau darauf aufpasst, dass keiner mit Blitz fotografiert. Wenn doch…. na, lass dich überraschen….!
Nächste Station ist Mesa Gonia, die ihren wenig rühmlichen Beinahmen „Geisterstadt“ auf Grund der eingefallenen Höhlenwohnungen, einem traurigen Resultat des schweren Erdbebens aus dem Jahre 1956, hat.
Julie erklärt leidenschaftlich mit Händen und Füßen und die Leute hören interessiert und beeindruckt zu.
Pyrgos ist die nächste Station und diese Stadt scheint Julie besonders ans Herzgewachsen zu sein. Wohl deshalb wohnt sie hier und sie erzählt und erzählt und weiß auf alle Fragen eine Antwort. Wir sehen „Kaktustrauben“, enge, verwinkelte Gassen und wenn man nicht aufpasst und zu schnell um eine Ecke rennt, kanns schnell passieren, dass man mit einem Esel kollidiert.
Übrigens sollte man in Pyrgos, das speziell für seine Pistazien berühmt ist, nicht von der Seite der Fremdenführerin weichen…. Wenn man nämlich nicht aufpasst, ist man in diesem Gewirr von Gassen und Stiegen schnell verloren….
Besonders auffallend in Pyrgos ist der wunderschöne sechsteilige Glockenturm der Hauptkirche des Ortes.
Imerovigli ist die letzte Station vor dem großen Höhepunkt. Diese Stadt ist uns zwar schon vom Fira-Ausflug von vorgestern bekannt, aber Julie weiß natürlich noch vieles mehr zu erzählen. So erklärt sie uns den Skaros – Felsen, den höchsten Punkt der Caldera.
….und irgendwie hab ich das Gefühl, dass ich in meinen nächsten Santorini – Urlaub mein Hotel in Imerovigli buchen werde.
Julie war dann wieder richtig in Fahrt: Sie ärgert sich maßloß darüber, dass man „Santorin“ sagt. Santorin ist falsch, schlicht und einfach. Ich muss zugeben, ich habs auch nicht gewusst, aber ihre Erklärung war einleuchtend: Der Name entstammt vom Namen der heiligen Irene, setzt sich esperantomäßig also zusammen aus Santa Irine und so heißt es eben Santorini.
Zit: „Der Irene gefällts ja schließlich auch nicht, wenn man ihr den letzten Buchstaben klaut und sie nur „Iren“ nennt.“
Klingt irgendwie einleuchtend und ich habs mir gemerkt….
Der offizielle Name Santorinis ist eigentlich „Thira“. Aber was ist schon Thira im Vergleich zum wohlklingenden „Santorini“….
Dann der Höhepunkt…. oben bereits eingeleitet will ich über den Sonnenuntergang gar nicht mehr viel sagen. Ich werd ihn niemehr vergessen, das ist ganz klar. Ich werde aber diese ganze Insel, dieses Santorini nicht mehr vergessen, dieses eigenartige Gebilde in der Ägäis….
Eine tolle Entscheidung, gerade hier den heurigen Urlaub zu buchen.
….und ich werde Oia nicht mehr vergessen. Oia, das man ja nur „Ia“ ausspricht (danke Julie! o plus i ist in Griechenland nur mehr i) ist unglaublich schön. Wieder fällt diese unglaubliche Sauberkeit auf, diese unzähligen strahlenden schneeweißen Häuser und die vielen Kirchen mit den so bekannten blauen Kuppeln…. (dieses Blau brachten übrigens die Bayern nach Griechenland – kein Scherz!).
Und es war gut so, dass wir uns dieses Plätzchen im „Sun Spirit“ gegeben haben. Wir waren live dabei….
Wir sitzen dann alle wortlos im Bus zurück nach Kamari, noch schnell ein Abendessen bevor die braven Afroditi Venus – Hotelmitarbeiter ihren heutigen Dienst quittieren und ich schlafe mit einem Traum von einem ganz bestimmten Sonnenuntergang ein….
Sonntag, 21.6.2009
So, heute bin ich auch ein Handtuchreservierer, jawoll! Ich bins leid, keinen Platz zu bekommen am Strand, der übrigens für die Hotel Venus Afroditi – Gäste kostenlos ist.
Also, Handtuch auf die Liege, frühstücken und ab ins Meer.
Heute mit Schnorchel, Taucherbrille und Flossen…. Zu sehen gibts nicht viel unter Wasser, das ist die Crux am Santorinischen Meeresstrand, denn die vielen pechschwarzen Steinchen an Land und im Wasser verhindern eine Fauna, in der sich die Fische tummeln können. Dennoch, ein paar kleine, bunte Wasserbewohner bekomme ich trotzdem zu sehen, bei weitem jedoch nicht das Angebot vom letztjährigen Thassos – Urlaub.
Macht aber nichts, es ist und bleibt außergewöhnlich.
Das Meer schenkt mir noch ein paar Wellen, die ich mit der Luftmatratze genieße. Von den vier Büchern, die ich für diese Woche mitgenommen habe, las ich keine einzige Zeile – zu sehr hat mich diese bizarre Landschaft dazu bewegt, sie in allen Einzelheiten zu betrachten und zu bewundern.
Zu Mittag noch schnell einen Happen gegessen bei den aufdringlichen Strandrestaurantbesitzern, dann neigt sich der Tag und unser Urlaub leider seinem absolut nicht herbeigesehnten Ende zu….
Schluss, das war´s dann, die Insel, in die ich mich schwer verliebt habe, muss ich nun verlassen.
Es geht ans packen, morgen werden wir um 7:00 abgeholt. Schnell noch den Safeschlüssel zurückgegeben, alles läuft reibungslos, ein letztes Abendmahl, ein letzter „café elleniko“, dann noch ein Bier und – aus….!
Montag, 22.6.2009
Um 7:00 Uhr stehen wir mit Sack und Pack bereit, der Bus (natürlich wieder von „Kamari Tours“!) holt uns rechtzeitig ab. Am Flughafen klingt noch ein bisschen Wehmut mit, im Flieger noch einen letzten Blick von hoch oben mitten in die Caldera….
Ausgerechnet heute, am letzten Tag, haben wir ein paar Wolken am Himmel, ganz so als ob dieses traumhafte Eiland meinen Abschiedsschmerz mit mir teilen wollte….
Auf Wiedersehen Santorini, „The Lost Atlantis“….!
Aber dafür gehts ja jetzt noch für sechs Tage in die Steiermark nach Österreich. So hört der Urlaub wenigstens nicht abrupt auf….
Wenns bisher nichts, aber schon wirklich gar nichts zu bekritteln gab, so muss ich sagen, dass heute, am letzten Tag, zwei Dinge dennoch zu beanstanden wären:
Einmal war da die Ankündigung, dass man am Flughafen nochmals vom Alltours Reiseleiter empfangen wird. Da war jedoch kein Mensch. Zwar egal, wofür auch…. – jedoch wenns schon groß angepriesen wird…. naja….
Und das mit dem Frühstück: Abreise um 7:00 Uhr. Frühstück gabs immer erst ab 7:30 Uhr. Also mit leerem Magen weg…. Lunchpaket gabs keines (zum Unterschied vom letztjährigen Thassos – Urlaub).
Aber eigentlich war mir das total egal….
Wer einmal auf Santorini war, der hält sich nicht mit solchen Peanuts auf….
Servus!
Danke für dein Interesse, danke fürs Lesen!
Wenn dir mein Bericht gefallen hat, hinterlass mir einfach einen Kommentar. Ich würde mich freuen!
Und wenn du in Erwägung ziehst, deinen Urlaub auf dieser Insel zu verbringen, dann gratuliere ich dir jetzt schon im Voraus!
Du wirst es auf keinen Fall bereuen!






























