Mit diesem Urlaub erfülle ich mir einen lange gehegten Traum: Endlich die Äolischen Inseln und vor allem einen Vulkanausbruch des Stromboli zu sehen….
Und ich kann eins vorausschicken: Es war noch toller, als ich mir es vorgestellt hatte, Gänsehautfeeling live!
Doch alles der Reihe nach….
Samstag, 28.5.2011 – Anreise
Anreise nach Wien zum Flughafen Wien – Schwechat. Einmal schauen, ob mir diese Wahnsinnigen wieder meinen Koffer ruinieren, Wien – Schwechat ist da wirklich “führend”. Nein, OK, alles in Ordnung, der Flug war absolut OK.
Nach ca zwei Stunden landen wir in Catania auf Sizilien, während des Anfluges erlebten wir ein erstes Highlight, nämlich einen tollen Blick auf den Vulkan Ätna. Landung war auch OK, das Gepäck war auch da, woraufhin wir unsere Suche nach der künftigen Reiseleiterin der folgenden acht Tage starteten. Gleich beim Ausgang wurden wir jedoch sofort empfangen, alles lief glatt und wir starteten den nächsten Teil der recht langen, aber sehr interessanten Anreise, nämlich die Busfahrt von Catania nach Milazzo.
Milazzo ist ein Städtchen im Nordosten der Insel und hat neben einem auffallenden kleinen Schloss (Kastell von Friedrich II) einen großen Hafen, das sogenannte “Tor zu den Liparischen Inseln”. Von diesem Hafen aus geht die Anreise nun weiter, diesmal mit einem voll coolen Tragflügelboot, das nach einer Fahrt von ca 50 Minuten die erste der Äolischen Inseln, nämlich Vulcano, erreicht und dann nach weiteren zehn Minuten auf Lipari, der Insel auf der unser Hotel untergebracht ist, anlegt.
Während der recht schnellen Fahrt hob sich das Tragflügelboot richtiggehend aus dem Wasser und glitt über eine Art Bügel mit voller Geschwindigkeit auf dem Meer dahin. Beeindruckend!
In Lipari angekommen gehts dann ruck-zuck. Ein kleiner Bus wartet schon auf uns, jedoch nicht um uns zum Hotel zu bringen, sondern um die ganzen Koffer der Reisegruppe abzuholen. Wir selbst gehen, angeführt von Reisebegleiterin Silvia zu Fuß zum Hotel und erleben hierbei einen ersten Höhepunkt, nämlich die Fußgängerzone der Insel Lipari, auf der reges Treiben herrscht.
Viele Straßenlokale und alte, wie neue typische Italienische Häuser vermitteln gleich tolles Urlaubsflair, wie man es sich nur wünschen kann.
Nach einem Fußmarsch von ca 10 Minuten erreichen wir das Hotel “Arciduca” (“Erzherzog”) und sind vom ersten Eindruck her äußerst positiv überrascht. Die Koffer sind schon da, die Zimmerschlüssel recht rasch verteilt und wir werden informiert, dass trotz der fortgeschrittenen Stunde (21:00 Uhr) jeder noch das vollständige Abendessen erhält (Essenszeit normalerweise um 20:00 Uhr).
Das Zimmer ist dann die nächste Überraschung…. Wirklich pipifein muss man sagen, sehr stilvoll eingerichtet, Balkon mit Blick auf Pool und Innenhof und sogar – ein wenig – Meerblick. Perfekt!
Beim Abendessen gabs dann den ersten Kontakt mit einigen Leuten der Reisegruppe. Ein bunt gemischter Haufen waren wir und verstanden uns gleich ausgezeichnet. So gut, dass wir uns dann in weiterer Folge jeden Tag zusammensetzten….
Das Essen selbst war hervorragend. Kein einziger Grund zur Beschwerde! Die Kellner sind sehr freundlich, sehr nobel gekleidet, jedoch anfangs ob der neuen Gästeschar (noch) ein wenig reserviert. Doch das sollte sich noch ändern ![]()
Typisch Italienisch: Beim Abendessen erhält man die Menüvorschläge für das Abendessen am nächsten Tag, aus denen man auswählen kann.
Sonntag, 29.5.2011 – Lipari
Nach dem gestrigen Abendessen war heute erstmals das Frühstück dran. Auch hier typisch Italienisch: Nicht die Megaauswahl, aber hier ist man ja von Österreich verwöhnt. Aber es gibt Käse, Schinken, Mortadella, Marmeladen, Joghurt, Speck, Ei, Saft und Unmengen an Süßigkeiten wie Kuchen und Kekse.
Erst heute fällt mir auf, dass der Speisesaal direkt neben dem Pool gelegen ist – sieht cool aus.
Danach ist erst einmal Freizeit angesagt, um Lipari ein wenig auf eigene Faust zu erschnuppern. Als erstes machen wir den selben Spaziergang zurück wie gestern – zum Hafen. Die gestrige Fußgängerzone ist am Vormittag etwas belebter, die Zustelldienste sind unterwegs.
Am Hafen bot sich uns dann ein typisches Italienisches Bild: Auf der einen Seite einige Fischerboote, auf denen die Fischer lautstark ihre Fänge anboten und dabei die ständigen diebischen “Angriffe” fresslustiger Möwen abwehren mussten. Auf der anderen Seite die gegenüberliegende zentrale Kreuzung bei der ESSO – Tankstelle, wo es sich so richtig abspielte…. Vier Zufahrtsstraßen, rings um die Tankstelle mit dem gewohnten Ablauf: Jeder will als erster fahren! Es wird gehupt, gebremst, lautstark seine Meinung wiedergegeben und es sieht nach blankem Chaos aus.
Wir beobachten das Treiben gleichermaßen verwundert wie belustigt und werden in den ca. 60 Minuten ca 10Mal angesprochen, ob wir ein Auto, ein Quad oder einen Roller ausleihen möchten. Auch Taxifahrer boten eine Rundfahrt um die Insel an und Reiseveranstalter wollten uns die Möglichkeit einer Reise zum Stromboli oder auf Vulcano anbieten.
Möglichkeiten, Lipari auf eigene Faust zu erkunden gibt es also genug. Wir hatten aber ein festes Reiseprogramm und konnten keines der Angebote annehmen. Nicht zuletzt deshalb, weil um 15:00 Uhr die erste Tour auf dem Programm stand, die wir auf keinen Fall versäumen wollten.
Vorher gings aber nach einem Kaffee noch in Richtung Strand, denn es war heiß, und Abkühlung findet man ja schließlich am besten im (tyrrhenischen) Meer. Der hotelnahe Strand war dann eher nicht das Gelbe vom Ei. Null Infrastruktur, keine Umkleidekabinen, aber egal – zum kurz Abkühlen reichte es allemal. Die tollen Strände von Lipari befinden sich auf der anderen Seite, zu weit entfernt, um sie zu Fuß zu erreichen.
Um 15:00 Uhr starten wir dann den ersten Ausflug: Mit dem Bus eine Rundfahrt um Lipari.
Erste Station hierbei ist “Quattrocchi” ein Platz auf einer Anhöhe, auf dem man – wie der Name verrät – eigentlich vier Augen benötigte, um alles sehen zu können. Wir werden mit einer tollen Aussicht belohnt.
Weiters gehts nach Quattropani, das eigentlich Quattropiani (vier Ebenen) heißen sollte, wo wir erstmals den Strobmoli in weiter Ferne erspähen können. Die Fahrt wird fortgesetzt und wir erreichen Acquacalda, wo wir in einem netten Café Rast machen. Das beste Eis der Insel gäbe es hier laut Silvia, was wir natürlich gleich probieren und feststellen müssen, dass das gewiss nicht übertrieben ist….
Acquacalda ist besonders interessant, zumal hier bis vor einigen Jahren noch an einem der beiden auf Lipari befindlichen riesigen Bimsstein – Steinbrüche gearbeitet wurde. Heutzutage ist es nicht mehr erlaubt, in Lipari Bimsstein abzubauen. Noch faszinierender ist jedoch die Tatsache, dass es hier massenhaft Obsidiane gibt, die am Strand, direkt neben der Straße am Café, herumliegen. Der Obsidian ist ein Vulkanstein, der außen herum aussieht, wie ein ganz normaler, unauffälliger Stein. Schlägt man ihn jedoch auseinander, kann man erkennen, dass der Stein innen aussieht, als wäre er aus Glas.
Dann geht die Fahrt weiter. Als wir wegfahren kommt uns gerade der Linienbus entgegen, der auch beim Café hält, obwohl kein Fahrgast aus- oder zusteigen will – und zwar bleibt er mitten auf der Straße stehen! Der Busfahrer steigt aus, geht ins Café, trinkt einen Espresso, kommt nach ca 3 Minuten wieder raus und fährt weiter…. Mit einer freundlichen Handbewegung winkt er den drei hinter ihm wartenden Autos und fährt weiter. Von den Autos hinter ihm hat keiner gehupt, oder geschrien…. interessant
Der Bus, mit dem wir unterwegs waren, fuhr im Auftrag der “Menalda Tours”, einem Reiseveranstalter der Liparischen Inseln, die auch die übrigen, noch folgenden Fahrten unserer Reisegruppe vorgenommen hat. Bei Menalda – Tours sind Reisen aller Art auf den Aolischen Inseln buchbar – für Info klick hier.
Nach der Rückkehr war dann im Hotel “Arciduca” das Infotreffen unserer Reisegruppe mit Silvia angesagt. Silvia stammt aus Wiesbaden (D), lebt jedoch bereits seit 30 Jahren in Lipari und arbeitet dort als Reiseleiterin. Neben einem kleinen Begrüßungstrunk erzählt sie uns den Ablauf der kommenden Woche.
Montag, 30.5.2011 – Alicudi und Filicudi
Heute stehen gleich zwei Ziele am Programm: Zuerst besuchen wir Alicudi, die am westlichsten befindliche Insel, die auch gleichzeitig die kleinste ist. Danach steht Filicudi auf dem Programm.
Wir verlassen mit Silvia das Hotel und gehen zum zweiten Hafen “Marina Corta”, von wo aus wir mit einem Ausflugsschiff gemütlich über das Meer tuckeln.
Alicudi ist wirklich winzig. Es gibt keinen motorisierten Verkehr, Lasten werden von (vierbeinigen) Eseln getragen, nur ab und zu verirrt sich ein Hubschrauber auf das Minieiland. Es gibt aber ein Café und ein kleines Geschäft , sowie einige nette Fotomotive. Wir spazieren die ca. 400 Meter lange Straße hin und zurück und gehen dann wieder an Bord unseres Schiffs, das uns zur benachbarten Insel Filicudi bringt, die schon ein wenig lebhafter ist.
Auf dem Weg dorthin fährt das Schiff entlang der Küste, die voll interessanter, zerklüfteter Felsen ist, von denen einige sogar spezielle Namen tragen. “Der Zahn” z. B. wird uns hierbei als erstes vorgestellt, im Laufe der Woche sollten dann noch weitere “prominente” Felsen folgen…. Auch viele Grotten zieren die Landschaft der Inseln.
Filicudi ist auch sehr schön. Wir gehen vorerst einmal essen und sind dabei über die nicht gerade niedrigen Preise überrascht. € 10,- für eine Pasta plus das coperto mit € 2,50 somit also € 12,50 für einen Teller Nudeln…. naja. Aber was solls….
Dann gabs noch Gelegenheit zum Baden. Steiniger Strand und im Wasser gabs einige Seeigel – unbedingt Badeschuhe mitnehmen! Aber das Wasser ist supersauber, klar und warm….
Beim Abendessen, das wie immer spitze ist, bekommen wir heute eine äolische Spezialität: Der Fisch, den ich ausgesucht habe, ist kalt. Einige der Gäste sind unsicher und fragen nach – aber das hat seine Richtigkeit so. Geschmeckt hat er erstklassig! An einem Thema aber kommt heute keiner vorbei, nämlich das morgige Programm…. Es wartet nämlich schon der Höhepunkt der Reise – und der Grund warum ich unbedingt diesen Urlaub wollte: STROMBOLI!




























