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Dienstag, 31. Mai 2011

Äolische (Liparische) Inseln, Tage 1 – 3

Beschreibung

Äolische Inseln - Quelle Wikipedia

Mit diesem Urlaub erfülle ich mir einen lange gehegten Traum: Endlich die Äolischen Inseln und vor allem einen Vulkanausbruch des Stromboli zu sehen….
Und ich kann eins vorausschicken: Es war noch toller, als ich mir es vorgestellt hatte, Gänsehautfeeling live!
Doch alles der Reihe nach….

Samstag, 28.5.2011 – Anreise

Anreise nach Wien zum Flughafen Wien – Schwechat. Einmal schauen, ob mir diese Wahnsinnigen wieder meinen Koffer ruinieren, Wien – Schwechat ist da wirklich “führend”. Nein, OK, alles in Ordnung, der Flug war absolut OK.

Nach ca zwei Stunden landen wir in Catania auf Sizilien, während des Anfluges erlebten wir ein erstes Highlight, nämlich einen tollen Blick auf den Vulkan Ätna. Landung war auch OK, das Gepäck war auch da, woraufhin wir unsere Suche nach der künftigen Reiseleiterin der folgenden acht Tage starteten. Gleich beim Ausgang wurden wir jedoch sofort empfangen, alles lief glatt und wir starteten den nächsten Teil der recht langen, aber sehr interessanten Anreise, nämlich die Busfahrt von Catania nach Milazzo.

Milazzo

Milazzo

Milazzo ist ein Städtchen im Nordosten der Insel und hat neben einem auffallenden kleinen Schloss (Kastell von Friedrich II) einen großen Hafen, das sogenannte “Tor zu den Liparischen Inseln”. Von diesem Hafen aus geht die Anreise nun weiter, diesmal mit einem voll coolen Tragflügelboot, das nach einer Fahrt von ca 50 Minuten die erste der Äolischen Inseln, nämlich Vulcano, erreicht und dann nach weiteren zehn Minuten auf Lipari, der Insel auf der unser Hotel untergebracht ist, anlegt.
Während der recht schnellen Fahrt hob sich das Tragflügelboot richtiggehend aus dem Wasser und glitt über eine Art Bügel mit voller Geschwindigkeit auf dem Meer dahin. Beeindruckend!

In Lipari angekommen gehts dann ruck-zuck. Ein kleiner Bus wartet schon auf uns, jedoch nicht um uns zum Hotel zu bringen, sondern um die ganzen Koffer der Reisegruppe abzuholen. Wir selbst gehen, angeführt von Reisebegleiterin Silvia zu Fuß zum Hotel und erleben hierbei einen ersten Höhepunkt, nämlich die Fußgängerzone der Insel Lipari, auf der reges Treiben herrscht.
Viele Straßenlokale und alte, wie neue typische Italienische Häuser vermitteln gleich tolles Urlaubsflair, wie man es sich nur wünschen kann.

Nach einem Fußmarsch von ca 10 Minuten erreichen wir das Hotel “Arciduca” (“Erzherzog”) und sind vom ersten Eindruck her äußerst positiv überrascht. Die Koffer sind schon da, die Zimmerschlüssel recht rasch verteilt und wir werden informiert, dass trotz der fortgeschrittenen Stunde (21:00 Uhr) jeder noch das vollständige Abendessen erhält (Essenszeit normalerweise um 20:00 Uhr).

Das Zimmer ist dann die nächste Überraschung…. Wirklich pipifein muss man sagen, sehr stilvoll eingerichtet, Balkon mit Blick auf Pool und Innenhof und sogar – ein wenig – Meerblick. Perfekt!

Beim Abendessen gabs dann den ersten Kontakt mit einigen Leuten der Reisegruppe. Ein bunt gemischter Haufen waren wir und verstanden uns gleich ausgezeichnet. So gut, dass wir uns dann in weiterer Folge jeden Tag zusammensetzten….
Das Essen selbst war hervorragend. Kein einziger Grund zur Beschwerde! Die Kellner sind sehr freundlich, sehr nobel gekleidet, jedoch anfangs ob der neuen Gästeschar (noch) ein wenig reserviert. Doch das sollte sich noch ändern :-)
Typisch Italienisch: Beim Abendessen erhält man die Menüvorschläge für das Abendessen am nächsten Tag, aus denen man auswählen kann.

Sonntag, 29.5.2011 – Lipari

Nach dem gestrigen Abendessen war heute erstmals das Frühstück dran. Auch hier typisch Italienisch: Nicht die Megaauswahl, aber hier ist man ja von Österreich verwöhnt. Aber es gibt Käse, Schinken, Mortadella, Marmeladen, Joghurt, Speck, Ei, Saft und Unmengen an Süßigkeiten wie Kuchen und Kekse.
Erst heute fällt mir auf, dass der Speisesaal direkt neben dem Pool gelegen ist – sieht cool aus.

Lipari Fußgängerzone

Lipari Fußgängerzone

Danach ist erst einmal Freizeit angesagt, um Lipari ein wenig auf eigene Faust zu erschnuppern. Als erstes machen wir den selben Spaziergang zurück wie gestern – zum Hafen. Die gestrige Fußgängerzone ist am Vormittag etwas belebter, die Zustelldienste sind unterwegs.
Am Hafen bot sich uns dann ein typisches Italienisches Bild: Auf der einen Seite einige Fischerboote, auf denen die Fischer lautstark ihre Fänge anboten und dabei die ständigen diebischen “Angriffe” fresslustiger Möwen abwehren mussten. Auf der anderen Seite die gegenüberliegende zentrale Kreuzung bei der ESSO – Tankstelle, wo es sich so richtig abspielte…. Vier Zufahrtsstraßen, rings um die Tankstelle mit dem gewohnten Ablauf: Jeder will als erster fahren! Es wird gehupt, gebremst, lautstark seine Meinung wiedergegeben und es sieht nach blankem Chaos aus.
Wir beobachten das Treiben gleichermaßen verwundert wie belustigt und werden in den ca. 60 Minuten ca 10Mal angesprochen, ob wir ein Auto, ein Quad oder einen Roller ausleihen möchten. Auch Taxifahrer boten eine Rundfahrt um die Insel an und Reiseveranstalter wollten uns die Möglichkeit einer Reise zum Stromboli oder auf Vulcano anbieten.

Möglichkeiten, Lipari auf eigene Faust zu erkunden gibt es also genug. Wir hatten aber ein festes Reiseprogramm und konnten keines der Angebote annehmen. Nicht zuletzt deshalb, weil um 15:00 Uhr die erste Tour auf dem Programm stand, die wir auf keinen Fall versäumen wollten.

Vorher gings aber nach einem Kaffee noch in Richtung Strand, denn es war heiß, und Abkühlung findet man ja schließlich am besten im (tyrrhenischen) Meer. Der hotelnahe Strand war dann eher nicht das Gelbe vom Ei. Null Infrastruktur, keine Umkleidekabinen, aber egal – zum kurz Abkühlen reichte es allemal. Die tollen Strände von Lipari befinden sich auf der anderen Seite, zu weit entfernt, um sie zu Fuß zu erreichen.

Um 15:00 Uhr starten wir dann den ersten Ausflug: Mit dem Bus eine Rundfahrt um Lipari.
Erste Station hierbei ist “Quattrocchi” ein Platz auf einer Anhöhe, auf dem man – wie der Name verrät – eigentlich vier Augen benötigte, um alles sehen zu können. Wir werden mit einer tollen Aussicht belohnt.
Weiters gehts nach Quattropani, das eigentlich Quattropiani (vier Ebenen) heißen sollte, wo wir erstmals den Strobmoli in weiter Ferne erspähen können. Die Fahrt wird fortgesetzt und wir erreichen Acquacalda, wo wir in einem netten Café Rast machen. Das beste Eis der Insel gäbe es hier laut Silvia, was wir natürlich gleich probieren und feststellen müssen, dass das gewiss nicht übertrieben ist….

Acquacalda Bimssteinbruch

Acquacalda Bimssteinbruch

Acquacalda ist besonders interessant, zumal hier bis vor einigen Jahren noch an einem der beiden auf Lipari befindlichen riesigen Bimsstein – Steinbrüche gearbeitet wurde. Heutzutage ist es nicht mehr erlaubt, in Lipari Bimsstein abzubauen. Noch faszinierender ist jedoch die Tatsache, dass es hier massenhaft Obsidiane gibt, die am Strand, direkt neben der Straße am Café, herumliegen. Der Obsidian ist ein Vulkanstein, der außen herum aussieht, wie ein ganz normaler, unauffälliger Stein. Schlägt man ihn jedoch auseinander, kann man erkennen, dass der Stein innen aussieht, als wäre er aus Glas.

Dann geht die Fahrt weiter. Als wir wegfahren kommt uns gerade der Linienbus entgegen, der auch beim Café hält, obwohl kein Fahrgast aus- oder zusteigen will – und zwar bleibt er mitten auf der Straße stehen! Der Busfahrer steigt aus, geht ins Café, trinkt einen Espresso, kommt nach ca 3 Minuten wieder raus und fährt weiter…. Mit einer freundlichen Handbewegung winkt er den drei hinter ihm wartenden Autos und fährt weiter. Von den Autos hinter ihm hat keiner gehupt, oder geschrien…. interessant :-)

Der Bus, mit dem wir unterwegs waren, fuhr im Auftrag der “Menalda Tours”, einem Reiseveranstalter der Liparischen Inseln, die auch die übrigen, noch folgenden Fahrten unserer Reisegruppe vorgenommen hat. Bei Menalda – Tours sind Reisen aller Art auf den Aolischen Inseln buchbar – für Info klick hier.

Nach der Rückkehr war dann im Hotel “Arciduca” das Infotreffen unserer Reisegruppe mit Silvia angesagt. Silvia stammt aus Wiesbaden (D), lebt jedoch bereits seit 30 Jahren in Lipari und arbeitet dort als Reiseleiterin. Neben einem kleinen Begrüßungstrunk erzählt sie uns den Ablauf der kommenden Woche.

Montag, 30.5.2011 – Alicudi und Filicudi

Heute stehen gleich zwei Ziele am Programm: Zuerst besuchen wir Alicudi, die am westlichsten befindliche Insel, die auch gleichzeitig die kleinste ist. Danach steht Filicudi auf dem Programm.
Wir verlassen mit Silvia das Hotel und gehen zum zweiten Hafen “Marina Corta”, von wo aus wir mit einem Ausflugsschiff gemütlich über das Meer tuckeln.

Alicudi

Alicudi

Alicudi ist wirklich winzig. Es gibt keinen motorisierten Verkehr, Lasten werden von (vierbeinigen) Eseln getragen, nur ab und zu verirrt sich ein Hubschrauber auf das Minieiland. Es gibt aber ein Café und ein kleines Geschäft , sowie einige nette Fotomotive. Wir spazieren die  ca. 400 Meter lange Straße hin und zurück und gehen dann wieder an Bord unseres Schiffs, das uns zur benachbarten Insel Filicudi bringt, die schon ein wenig lebhafter ist.

Auf dem Weg dorthin fährt das Schiff entlang der Küste, die voll interessanter, zerklüfteter Felsen ist, von denen einige sogar spezielle Namen tragen. “Der Zahn” z. B. wird uns hierbei als erstes vorgestellt, im Laufe der Woche sollten dann noch weitere “prominente” Felsen folgen…. Auch viele Grotten zieren die Landschaft der Inseln.

Filicudi - Marinaio Celeste

Filicudi - Marinaio Celeste

Filicudi ist auch sehr schön. Wir gehen vorerst einmal essen und sind dabei über die nicht gerade niedrigen Preise überrascht.  € 10,- für eine Pasta plus das coperto mit € 2,50 somit also € 12,50 für einen Teller Nudeln…. naja. Aber was solls….
Dann gabs noch Gelegenheit zum Baden. Steiniger Strand und im Wasser gabs einige Seeigel – unbedingt Badeschuhe mitnehmen! Aber das Wasser ist supersauber, klar und warm….

Filicudi - Strand

Filicudi - Strand

Beim Abendessen, das wie immer spitze ist, bekommen wir heute eine äolische Spezialität: Der Fisch, den ich ausgesucht habe, ist kalt. Einige der Gäste sind unsicher und fragen nach – aber das hat seine Richtigkeit so. Geschmeckt hat er erstklassig! An einem Thema aber kommt heute keiner vorbei, nämlich das morgige Programm…. Es wartet nämlich schon der Höhepunkt der Reise – und der Grund warum ich unbedingt diesen Urlaub wollte: STROMBOLI!

Dienstag, 31. Mai 2011

Äolische (Liparische) Inseln, Tag 4

Dienstag, 31.5.2011 – Panarea und Stromboli

Bei all der Aufregung um den Stromboli, auf den sich jeder schon freut, darf die zweite Insel, nämlich Panarea nicht vergessen werden. Diese fahren wir zuerst an und während der Fahrt erzählt uns Silvia, dass es sich bei Panarea um die Jet – Set Insel der Äolischen Eilande handelt. Die Reichen und Schönen pflegen auf diesem Stückchen Erde Ihre durchlauchte Anwesenheit und die Grundstückspreise spiegeln diesen ach so noblen Vorzug wieder. So kostet ein vom Verfall bedrohtes Häuschen samt Grundstück schon einmal 1 Mio Euros….

Taxis auf Panarea

Taxis auf Panarea

Man muss aber unbedingt erwähnen, dass Panarea ein wirkliches Schmuckstück ist. Picobello sauber und wirklich wunderschön. Silvia bietet uns fakultativ einen Spaziergang an, den wir natürlich gerne annehmen und mitmachen. Wir spazieren vom Hafen weg in Richtung eines der beiden wunderschönen Strände und amüsieren uns über die Taxis in Golfwagen – Manier und die Mini-LKWs mit drei Rädern. Die meisten der Fahrzeuge werden elektrisch betrieben.
Auf dem Weg zum Strand erkennen wir dann, warum dem so ist: Die Straßen (vielmehr Gassen, oder noch besser Gässchen) sind echt sau-eng!

Der Spaziergang bietet Fotomotive en masse. Ein Traummotiv folgt dem nächsten und der nach ca 45 Minuten erreichte wunderschöne Strand lädt zum Baden ein. Abkühlung tut auch Not, es ist – wie bisher jeden Tag – sehr heiß. Im Gegensatz zum gestrigen Strand auf Filicudi werden wir heute mit einem Sandstrand verwöhnt.
Am späteren Nachmittag schlendern wir zurück zum Hafen, essen dort ein Brot in einer kleinen Cafeteria und beobachten das täglich eintreffende, für die Bewohner der Äolischen Inseln lebensnotwendige Versorgungsschiff, sowie das altbekannte hektische Treiben des Italienischen Verkehrs – diesmal halt mit Elektroautos und dreirädrigen Mini-LKWs.

der ständig rauchende Stromboli erwartet uns

der ständig rauchende Stromboli erwartet uns

Dann gehts ab nach Stromboli. Am Weg dorthin fahren wir mit unserem Ausflugsschiff wieder die Küste, sowie einige kleine unbewohnte Inseln ab, von denen eine spezielle mit Palmenbewuchs, sowie jene vor welcher äußerst “streng” riechende Schwefelgase aus dem Meer steigen besonders zu erwähnen sind. Die größte und bekannteste dieser inseln ist Basiluzzo.

Aber ständig im Blickfeld und immer näher kommend ist “er”: der ständig rauchende Höhepunkt: STROMBOLI!

Ficogrande

Ficogrande

Um ca 17:00 Uhr betreten wir diesen mystischen Boden. Ein Traum wird wahr…. So lange daruf gefreut und jetzt ist es endlich soweit. Ein noch eher unspektakulärer Hafen in Ficogrande empfängt uns und wieder diese witzingen Mini-Autos. Silvia bietet uns wieder einen Spaziergang an. Natürlich nehmen wir diesen an und diesmal führt sie uns doch tatsächlich durch Gassen, die noch enger sind, als jene von Panarea vorhin. Als ob das nicht genug wäre, kommen uns doch hier tatsächlich noch (Mini-)”Autos” entgegen. Ein Verkehrsinfarkt droht – was mag sich da erst in der Hochsaison abspielen? Egal….

Blick auf Strombolicchio

Blick auf Strombolicchio

Unser Spaziergang führt uns erst einmal bergauf zum Platz an der Kirche San Vincenzo, dann gehts weiter zum aus dem Film “Stromboli” bekannten Ingrid Bergman Haus. Dort trauen wir dann unseren Augen nicht, denn plötzlich erscheint ein Carabinieri – Auto. An sich nichts besonderes, jedoch auch dieses Einsatzfahrzeug war im Golfwägelchen-Stil, was uns ein Schmunzeln entlockte.

Carabinieri - Kontrolle

Carabinieri - Kontrolle

Am Ende der Insel zeigte uns Silvia einen traumhaften, ruhigen Strand mit Blick auf den vorgelagerten Strombolicchio. Die Strände auf Stromboli sind übrigens schwarze Lavasandstrände. Um 20:15 Uhr aber gehts dann endlich los! Ab zum Schiff und weiter zum Live-Vulkanausbruch. Am Weg zum Hafen passieren wir wieder die oben angeführten Carabinieri mit ihrem Spielzeug-Einsatzauto. Wir kapieren zuerst nicht ganz, was die da in der engen Gasse machen, denn zwei Carabiniere stehen neben dem Auto. Als dann ein Mopedfahrer daherzuckelt, wird dieser gleich aufgehalten und gefilzt…. OK, alles klar…. Polizeikontrolle made in Stromboli….

Die Feuerstraße

Die Feuerstraße

Das Schiff legt pünktlich wieder ab, es beginnt schon zu dämmern und die Vorfreude steigt ins Unermessliche. Der Bootsfahrer zeigt uns noch schnell Strombolicchio, ehe es dann aber um 20:30 Uhr zur “Sciara del Fuoco”, der “Feuerstraße” geht. Wir umfuhren den Stromboli, der sich jetzt plötzlich von einer ganz anderen Seite zeigt. Fort sind all die vegetativen, grünen Hänge, die Bäume, die Macchia…. Anstattdessen sehen wir nur mehr schwarz, denn der gesamte Hang ist eine einzige, unheimliche Geröllrutsche aus schwarzem Lavagestein! Der Stromboli - ein Vulkankegel mit zwei Gesichtern. Zum einen ein wunderschöner grüner Berg, zum anderen ein gefährliches, doch faszinierendes Ungeheuer!

Das Boot bleibt jetzt in sicherer Entfernung stehen, es herrscht Totenstille, alle sind mit mehr oder weniger tauglichen Kameras bewaffnet und harren der Dinge, ehe es um 20:40 Uhr zum ersten Mal kracht. Ein erschrockenes “Aahhh” begleitet einen Ausbruch eher kleineren Ausmaßes und ich schieße meine ersten tollen Fotos.

Nur fünf Minuten später, es ist bereits merklich dunkler, erschüttert eine viel heftigere Explosion die angespannte Stille…. Eine hohe Feuersbrunst schießt in den Himmel, Rauch steigt auf, es bildet sich ein kleiner Lava-Fluss, glühende Steine kollern die Feuerstraße herab und donnern zischend und rauchend ins Meer…. Ich mache mit meiner Kamera, die ich auf “Dauerfeuer” gestellt habe, eine Vielzahl an Fotos, die Einstellungen verlangen alles ab…. Gänsehautfeeling pur….
Zirka eine halbe Minute dauerte das Spektakel, aber es waren 30 Sekunden, die man nicht mehr vergisst….

Ausbruch Stromboli 31.5.2011 20:45 Uhr

Ausbruch Stromboli 31.5.2011 20:45 Uhr

Das Schiff hat ungefähr eine halbe Stunde lang Zeit, dem Spektakel beizuwohnen. Der Kapitän teilte den Passagieren um 21:02 Uhr mit, dass wir nun eben wieder fahren müssen, ehe es genau in diesem Moment noch einmal kracht…. Sensationell! Gleich drei Ausbrüche in so kurzer Zeit! Schnell noch ein paar Fotos geschossen, was immer noch schwieriger wurde, da es ja schon recht dunkel war….

und nochmals.... in Nahaufnahme

und nochmals.... in Nahaufnahme

Dann aber legte das Schiffchen wieder ab und es ging wieder zurück nach Lipari, wo wir gegen 22:15 eintrafen. Trotz später Stunde erhielten wir das volle Programm an Abendessen, das war wirklich supernett von unserer Crew! Die Kellner sind mittlerweile auch schon richtig aufgetaut und führen ein wenig Schmäh. Das “Cannolo“, eine Sizilianische Dessert – Spezialität schmeckt heute ganz besonders gut….

Ein einziger Supertag….!

Dienstag, 31. Mai 2011

Äolische (Liparische) Inseln, Tage 5 – 6

Mittwoch, 1.6.2011 – freier Tag

Lipari - Piazza S. Bartolo

Lipari - Piazza S. Bartolo

Am heutigen freien Tag wäre baden im Meer geplant, leider ist das Wetter aber nicht sonderlich gut. Wir versuchens trotzdem und machen uns auf den Weg zum Bus nach nahegelegenen Canneto, wo sich ein schöner Strand der Insel Lipari befindet. An der Bushaltestelle bei der ESSO – Tankstelle herrscht wieder typisches, hektisches Italienisches Treiben – alle wollen gleichzeitig über die belebte Kreuzung und wir haben unseren Spass beim Beobachten. Der Bus, in den wir einsteigen reiht sich nahtlos in dieses wilde Treiben ein, denn der Busfahrer diskutiert lautstark mit einem Italiener außerhalb des Busses – er schreit ihm sogar noch nach, als die Tür bereits geschlossen war :-)

In Canneto gehen wir zuerst einmal einen Italienischen Café trinken uns essen eine Kleinigkeit, ehe wir trotz des bedeckten Himmels an den Strand gehen. Im Meer zu baden war leider nicht drin heute, schade – die € 10,- für einen Sonnenschirm und zwei Liegen waren schlecht investiert.

grüne Insel Salina

grüne Insel Salina

Deshalb gehts wieder zurück nach Lipari, wo wir in der Fußgängerzone einen Cocktail trinken und dann zu einem Spaziergang aufbrechen. Wir kaufen noch ein paar von den speziellen Äolischen Kapern und schauen uns den schönen kleinen Hafen “Marina Corta” mit seinem reizenden Platz an und begeben uns  zurück ins Hotel Arciduca.

Donnerstag, 2.6.2011 – Salina

Salina Zentrum

Salina Zentrum

Heute steht ein Besuch der “grünen Insel” Salina auf dem Programm. Salina ist mit unserem Ausflugsschiff in wenigen Minuten erreichbar, auf dem Weg dorthin können wir noch einmal den riesigen Bimssteinbruch auf Lipari sehen. Auf Salina gehts dann mit einem Bus weiter, mit dem während eines kurzen Regenschauers eine Rundfahrt machen. Silvia erklärt uns wieder die ganzen Sehenswürdigkeiten. Später spazieren wir durchs Dorf und treffen uns alle wieder bei “Da Alfredo”, der laut Silvia für seine ausgezeichneten Riesenbrote “Pane Cunzatu” bekannt ist. Sie hat uns nicht zuviel versprochen, das Lokal war gerammelt voll und ein jeder genoss ein solches Riesenexemplar.

Salina - Madonna del Terzito

Salina - Madonna del Terzito

Weiters konnten wir den auf dieser Insel befindlichen Salzsee mit dem alten Leuchtturm ansehen, doch dann gabs endlich wieder eine Gelegenheit ins Meer zu springen, denn das Wetter hat sich in minutenschnelle von Regen in Sonnenschein gewandelt….

Die Mumie

Die Mumie

Auf dem Rückweg per Boot nach Lipari fuhren wir wieder neben einigen schönen Buchten, wie die Höhle der “Innamorati” (Verliebten) auch drei markante, vor Lipari liegende Felsen an, welche von den Inselbewohnern sogar Namen erhielten. So gibts zum einen die “Mumie”, ein steil aufragender Fels, der wirklich die Form einer solchen hat.

Der lange Peter

Der lange Peter

Direkt daneben befinden sich, etwas weiter im Meer befindlich, die Felsen “der lange Peter” und seine “Frau Menalda”. Der lange Peter sieht so aus, als würde auf der Vorderseite ein menschliches Wesen in Obelix – Manier einen riesigen Stein auf dem Rücken tragen.

Frau Menalda

Frau Menalda

Die Einwohner von Lipari feiern an dieser Stelle alljährlich ein großes Fest, indem sie die beiden Felsen miteinander “verheiraten” und seit Jahrzehnten auf Nachwuchs hoffen….

Delphine begleiten uns

Delphine begleiten uns

Große Aufregung herrschte dann noch kurz auf dem Boot, als plötzlich zwei Delphine seelenruhig neben uns herumschwammen.

Dienstag, 31. Mai 2011

Äolische (Liparische) Inseln, Tage 7 und 8

Freitag, 3.6.2011 – Vulcano

Marina Corta auf Lipari

Marina Corta auf Lipari

Vulcano erwartet uns rauchend

Vulcano erwartet uns rauchend

Ein weiterer Höhepunkt der Reise steht heute, am letzten Tag auf dem Programm: Vulcano. Die Insel, die Lipari am nächsten liegt, ist gekennzeichnet von einem weit sichtbar rauchenden Krater und einem recht üblen, schwefeligen Geruch.
Die Fahrt dorthin machen wir wie immer von “Marina Corta” aus mit einem Ausflugsboot und bemerken sofort den Schwefelgestank, der dann – auf festem Boden angekommen – immer intensiver wird.

Sofort starten wir eine Wanderung zum Krater, die € 3,- kostet und lediglich ca. 40 Minuten in Anspruch nimmt. Oben angekommen, wird man zuerst einmal mit einem atemberaubenden Ausblick auf die Inseln Vulcano, Lipari und das Tyrrhenische Meer belohnt und erhält obendrauf noch eine richtig intensive Portion beißenden Schwefelgestanks….

Herrlicher Ausblick vom Krater

Herrlicher Ausblick vom Krater

Vor uns lag ein tiefer Krater, aus dessen Rändern überall beißende Schwefeldämpfe aufstiegen, die aus gelb-weißen, heißen Öffnungen (“Fumarolen”) aus dem Boden hervorquollen. Der Schwefelnebel ist an bestimmten Stellen phasenweise so stark, dass man die Menschen in der Umgebung nicht mehr sehen kann.

Der Krater von Vulcano

Der Krater von Vulcano

Nach einigen eindrucksvollen Fotos gehts dann wieder runter in die kleine Stadt, in der sich ein weiteres Mysterium befindet, nämlich ein Schwefel-See, in dem man um € 2,- Eintritt sogar “baden” kann.

Schwefelschlammbad

Schwefelschlammbad

Eigentlich kann man nur darin sitzen und sich das eigenartige, aber interessante Feeling dieses Gewässers reinziehen, aber zu einem Vulcano – Ausflug gehört das jedenfalls dazu. Es empfliehlt sich, für dieses Vorhaben ältere Badesachen mitzunehmen.

Danach aber gibts Abkühlung an diesem sehr heißen Tag am schönsten Strand, den wir in diesem Urlaub gesehen haben, direkt neben dem Schwefel-See. Interessant war weiters noch, dass sogar aus dem Meer noch Schwefelgase austraten. Das sah aus, als wenn das Meerwasser kochen würde….

heiße, rauchende Fumarolen

heiße, rauchende Fumarolen

Zurück in Lipari gönnten wir uns mit unseren netten Tischnachbarn noch ein Abschiedsbier am “Marina Corta”, dann gings ins Hotel zum Essen und Kofferpacken.

Samstag, 4.6.2011 – Abreise

Die lange Heimfahrt verlief in umgekehrter Reihenfolge wie die Anreise, also Spaziergang zum großen Hafen (die Koffer wurden wieder mit dem Hotelbus transportiert), Schiffahrt mit dem schnellen Luftkissenboot nach Milazzo auf Sizilien und dann mit dem Bus weiter nach Catania zum Flughafen, wo wir uns von unserer freundlichen Fremdenführerin Silvia verabschiedeten.

Der Flug nach Wien verlief vorerst problemlos, jedoch in Schwechat angekommen, mussten wir ein halbe Stunde im Flieger bleiben, da ein Gewitter das Aussteigen nicht ermöglichte.
Und zu unserer großen Überraschung mussten wir am Ende feststellen, dass uns erstmals bei einer Ankunft in Schwechat kein Gepäckstück abhanden gekommen war, oder demoliert wurde. Fein!

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