Freitag, 30.5.2008
Gleich nach dem Frühstück setzen wir uns wieder in unseren “Chevy” und düsen los in Richtung Limenaria, dem zweitgrößten Ort der Insel.
Der Hafen ist wirklich sehr nett, aber das “Palataki”, ein gelbfarbenes, weitum sichtbares großes Gebäude auf der Anhöhe über dem Hafen wirkt schon extrem verfallen. Ein wenig besser erhalten scheinen da die runden Türme der Hochöfen, sowie das Gebäude der Sortieranlage, die – wie das Palataki – aus einer vergangenen Zeit stammen, zu der in Limenas Erz abgebaut wurde.
Dann weiter nach Maries, ein kleines Bergdorf im Inselinneren. Unser Ziel sind der See und die Wasserfälle, von denen wir schon gelesen haben. Auto abgestellt in Maries, dann gehts ca 3km einer Straße entlang, die für unser Auto zwar verboten war, die wir aber locker hätten bewältigen können. Zur Erklärung:
Beim Autoverleih erhält man von Europcar eine eigene Karte über die verbotenen und die erlaubten Straßen. Mit einem ausgeliehenem Auto wie dem unseren darf man eben nur auf den weiß eingezeichneten Straßen fahren, weil der Unterboden nicht versichert ist. Anders bei Jeeps, mit denen darf man jede Straße befahren (zB auch die schwarzen).
Die Wasserfälle waren sehr nett anzuschauen, speziell landschaftlich sehr reizvoll. Jedoch wenn man aus einem Alpenland kommt, beeindruckt es nicht besonders, wenn man Wasserfälle sieht, die grad ein Zehntel so groß sind wie jene, die man aus der eigenen unmittelbaren Gegend kennt. Was mich jedoch viel mehr beeindruckte, war der Wanderweg: An jeder Ecke bunte Bienenhäuschen und außerdem: Er war übersät von kleinen, strahlend weißen Steinchen dieses berühmten thassiotischen Marmors! Eins davon liegt heute als Andenken auf meinem Schreibtisch….
Dann weiter, nächstes Ziel: Der Nordosten. Wir fahren zuerst, immer dem Meer entlang auf einer gebirgigen Route nach Moní Archangélou zum dortigen Kloster. Schöne, saubere Anlage muss man sagen. Meine Freundin bekommt gleich einen Rock verpasst, der sie schlagartig um 10 Jahre altern lässt. Fotos gibts keines davon, sonst wäre ich wahrscheinlich zahnlos nach Hause geflogen…. Aber so sind die Regeln, Damen kommen ohne Rock nicht rein.
Nächstes Ziel dann, ohne Rock mittlerweile: Skála Potamiás. Nix los, echt – Vorsaison. Kurz den Arsanas angeschaut, ein Turm direkt am Hafen, aber wir satteln gleich wieder die Hühner und düsen weiter nach Panagia.
Panagia ist ein Ort, der im Schwab – Buch gar nich soo gut wegkommt. Uns hat es dort jedoch sehr gut gefallen, dieses Dorf hat irgendwie etwas außergewöhnliches an sich. Höllisch ist nur der Verkehr! Wir sitzen gemütlich im Gastgarten der Taverne “O Platanos”, wo uns der Chef des Hauses einen sehr üppigen “Mixed Grill von allem etwas” serviert, als plötzlich zwei Busse gleichzeitig die Kurve im Ortszentrum passieren wollten. Es geht sich um einige Zentimeter nicht aus, deshalb: Stillstand…. Zuerst nichts, dann vereinzeltes Hupen, dann Hupkonzert, dann Konversation á la Italien – mit Geschrei und wild gestikulierenden Handbewegungen! Sind halt doch alle gleich, die Südländer….
Wir amüsieren uns köstlich und genießen unser Mixed Grill mit Salat und Dieselauspuffgeschmack….
Danach ein kleiner Spaziergang, vorbei am Dorfbrunnen, hinauf zur Kirche “Kímissis tis Theotókou” mit ihrem etwas eigenwilligen, neben dem Kirchengebäude errichteten Glockenturm. Diesen kann man, mit einer etwas lebensmüden Einstellung, sogar besteigen.
Der Lohn dafür ist ein toller Ausblick über Panagia bis zum Meer! Nur ein paar Meter weiter befinden sich drei Quellen, deren Wasser einem kleinen Spazierweg entlang ins Dorf hinunterrinnt.
An dieser Stelle, dem Platz bei den Quellen, haben wir übrigens eine griechische Art des Parkens erblickt, die wir nicht vorenthalten möchten….
Mehr dazu auf meiner Fotoseite!
Auch die bekannten Süßigkeiten aus Panagia stehen noch auf dem Programm, eh klar. So aufwändig wie das Herstellungsverfahren ist (genau beschrieben im Schwab – Buch!), da muss man ja sowas kaufen. Nüsse in diesem speziellen Sirup…. schmeckt sehr gut!
Dann aber weiter, durch Potamia gefahren, nichts spektakuläres entdeckt, deshalb wieder aufs Gas…. Und zwar nach Alikí, einer Halbinsel im Süden, welche die Form eines Fußes hat. Ziel unserer Reise sind die Ausgrabungen und im speziellen die Marmorbrüche aus vergangenen Zeiten.
Nachdem wir auch noch die Höhlenkirche am nördlichen Inselufer angeschaut haben, gings wieder zurück nach Potos in unser Hotel “Alexandra Beach ****”
Vorher noch schnell den Chevy volltanken. € 20,- für 2 Tage lang fahren, auch nicht schlecht. Waren immerhin über 200km….
Ein anstrengender Tag bei großer Hitze und strahlend blauem HImmel ging zu Ende. Noch ein Sprung ins Meer am Hotelstrand und dann essen, Christos empfing uns schon wieder, feinfein….
Danach noch schnell zum Jazz – Abend, veranstaltet vom Hotel, aber irgendwie war mir der heute wurscht….
Das Auto schnell zurückgegeben, Schlüssel einfach an die Rezeption, erledigt. Nur ein paar Fotos mach ich noch schnell vorher. Vom Kilometerstand und vom Auto im allgemeinen… man weiß ja nie….
meine Fotos vom Thassos-Urlaub (auf flickr)
Wikipedia – Infos Thassos
Buch “Thassos & Samothraki”, Antje u. Gunther Schwab - Michael Müller Verlag









