Samstag, 20.6.2009
Frühstück und ab ins Meer, schon wieder heiß, heiß, heiß….
Und die Vorfreude auf die heutige Tour: “Sunset in Oia & Traditional Villages”. Natürlich wieder gebucht beim Platzhirschen “Kamari Tours” – Kosten € 21,-
Jetzt muss man dass aber zuerst einmal mit diesem “Sunset in Oia” erklären, denn das ist nämlich so: Dieser Sunset, dieser Sonnenuntergang….
ja…. der ist echt ein Hammer, OK.
Nur: Diesen Sonnenuntergang gibts tausendemale auf dieser Welt….
….er ist genauso schön in Österreich im flachen Marchfeld, wenn die Sonne, sowie sie sich vom Horizont vertschüsst, wie ein roter Ball langsam aus dem Bild rollt, wie extra für mich gestellt (Zit. Ostbahn Kurti)….
….er ist genau so schön in Deutschland auf der Zugspitze, wenn er die smaragdgrüne Wasserdecke des traumhaften Eibsee verlässt….
….und er ist genau so schön wie in Chalkidiki auf der Terrasse des Hotel “Glavas Inn”, einem etwas heruntergekommenen All-Inclusive Bunker, den ich im Gegensatz zum Afroditi auf keinen Fall mehr besuchen werde….
Aber der Sonnenuntergang in Oia hat einfach etwas besonderes, das ihn einzigartig macht: Er findet in Santorini statt!
Auf einer Insel, die ihresgleichen sucht und in die man sich verlieben muss….
Und so sitzt man dann halt in einem zugegebenermaßen sehr stilvollen und ambientereichen Freiluftkaffeehaus mit seinem Sechs-euro-Weinchen, zusammen mit hunderten anderen wildfremden Menschen da, die allsamt verschiedene Sprachen sprechen, andere Kulturen haben und dennoch eine Gemeinsamkeit aufweisen:
Sie wollen genau diesen einen Sonnenuntergang ansehen!
Genau diesen…. Diesen einen….
Und ich muss sagen:
Wenn man auf Santorini war und man hat IHN nicht gesehen – genau diesen einen…. Wenn man sich gedacht hat, “ach, auf das kann ich verzichten”….
Tja, dann ist man einfach der größte Loser der Gegenwart!
Also auf zu diesem Sunset!
Er ist ein Pflichtprogramm! JA – man MUSS ihn gesehen haben….!
Vorher gehts aber zum Bus – dieser fährt pünktlich um 15:00 Uhr mit unserer sehr amüsanten und liebenswürdigen Fremdenführerin Julie erst einmal zum ehemaligen Bischofssitz “Panagia Episkopi”.
Dort gibts etwas zu sehen, das in Griechenland Seltenheitswert hat (Kenner werden mir beipflichten): Man kann nämlich eine Ikonenkirche betreten, soll heißen von innen ansehen (normalerweise sind die ja stets verschlossen).
Diese wird jedoch “gehütet” von einer ca 80-jährigen Frau, die genau darauf aufpasst, dass keiner mit Blitz fotografiert. Wenn doch…. na, lass dich überraschen….!
Nächste Station ist Mesa Gonia, die ihren wenig rühmlichen Beinahmen “Geisterstadt” auf Grund der eingefallenen Höhlenwohnungen, einem traurigen Resultat des schweren Erdbebens aus dem Jahre 1956, hat.
Julie erklärt leidenschaftlich mit Händen und Füßen und die Leute hören interessiert und beeindruckt zu.
Pyrgos ist die nächste Station und diese Stadt scheint Julie besonders ans Herzgewachsen zu sein. Wohl deshalb wohnt sie hier und sie erzählt und erzählt und weiß auf alle Fragen eine Antwort. Wir sehen “Kaktustrauben”, enge, verwinkelte Gassen und wenn man nicht aufpasst und zu schnell um eine Ecke rennt, kanns schnell passieren, dass man mit einem Esel kollidiert.
Übrigens sollte man in Pyrgos, das speziell für seine Pistazien berühmt ist, nicht von der Seite der Fremdenführerin weichen…. Wenn man nämlich nicht aufpasst, ist man in diesem Gewirr von Gassen und Stiegen schnell verloren….
Besonders auffallend in Pyrgos ist der wunderschöne sechsteilige Glockenturm der Hauptkirche des Ortes.
Imerovigli ist die letzte Station vor dem großen Höhepunkt. Diese Stadt ist uns zwar schon vom Fira-Ausflug von vorgestern bekannt, aber Julie weiß natürlich noch vieles mehr zu erzählen. So erklärt sie uns den Skaros – Felsen, den höchsten Punkt der Caldera.
….und irgendwie hab ich das Gefühl, dass ich in meinen nächsten Santorini – Urlaub mein Hotel in Imerovigli buchen werde.
Julie war dann wieder richtig in Fahrt: Sie ärgert sich maßloß darüber, dass man “Santorin” sagt. Santorin ist falsch, schlicht und einfach. Ich muss zugeben, ich habs auch nicht gewusst, aber ihre Erklärung war einleuchtend: Der Name entstammt vom Namen der heiligen Irene, setzt sich esperantomäßig also zusammen aus Santa Irine und so heißt es eben Santorini.
Zit: “Der Irene gefällts ja schließlich auch nicht, wenn man ihr den letzten Buchstaben klaut und sie nur “Iren” nennt.”
Klingt irgendwie einleuchtend und ich habs mir gemerkt….
Der offizielle Name Santorinis ist eigentlich “Thira”. Aber was ist schon Thira im Vergleich zum wohlklingenden “Santorini”….
Dann der Höhepunkt…. oben bereits eingeleitet will ich über den Sonnenuntergang gar nicht mehr viel sagen. Ich werd ihn niemehr vergessen, das ist ganz klar. Ich werde aber diese ganze Insel, dieses Santorini nicht mehr vergessen, dieses eigenartige Gebilde in der Ägäis….
Eine tolle Entscheidung, gerade hier den heurigen Urlaub zu buchen.
….und ich werde Oia nicht mehr vergessen. Oia, das man ja nur “Ia” ausspricht (danke Julie! o plus i ist in Griechenland nur mehr i) ist unglaublich schön. Wieder fällt diese unglaubliche Sauberkeit auf, diese unzähligen strahlenden schneeweißen Häuser und die vielen Kirchen mit den so bekannten blauen Kuppeln…. (dieses Blau brachten übrigens die Bayern nach Griechenland – kein Scherz!).
Und es war gut so, dass wir uns dieses Plätzchen im “Sun Spirit” gegeben haben. Wir waren live dabei….
Wir sitzen dann alle wortlos im Bus zurück nach Kamari, noch schnell ein Abendessen bevor die braven Afroditi Venus – Hotelmitarbeiter ihren heutigen Dienst quittieren und ich schlafe mit einem Traum von einem ganz bestimmten Sonnenuntergang ein….


















